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Flugplan


IVAO Flugplan.jpg

Bei IVAO gilt zunächst immer die Flugplanpflicht; jeder Pilot muss vor dem Abheben einen Flugplan ausfüllen, der zumindest die gröbsten Informationen zum Flug enthält. Hier sind die Felder des bei IVAO genutzten Flugplans erklärt. Diese Daten werden dann über das Netzwerk an den Fluglotsen gesendet, der sie dann im Flugstreifen angezeigt bekommt. Der Flugplan ist also die erste Form der Kommunikation zwischen Pilot und Lotse.

Weiterführend kann man die Flugpläne auch "as real as it gets" gestalten, welche durch eine Validation der Eurocontrol erfolgt. Diese Flugpläne sind dann "IFPUV-Valide" und könnten so in der Realität benutzt werden.

Wie man einen Flugplan valide bekommt erfahrt ihr unter Valider Flugplan.

Flugplanfelder

Feld Beschreibung Erklärung
Feld 7 aircraft ident Das im Flug genutzte Rufzeichen. Fluglinien werden hier mit dem ICAO-Code angegeben, Flugzeugzulassungen ohne Bindestrich (DEBUF).
Feld 8 flight rules Gibt die Flugregeln an, unter denen geflogen wird. Kann I für IFR, V für VFR, Y und Z für einen Flugregelwechsel sein.
type of flight Gibt den Flugtyp an. Für Airline-Flüge ist das häufig S für scheduled, für VFR häufig G für general aviation.
Feld 9 number Gibt die Anzahl der Luftfahrzeuge an, die unter diesem Flugplan fliegen (meist 1, mehr nur bei Formationsflügen)
type of aircraft ICAO-Typenbezeichnung des Luftfahrzeugs (C172, A320, etc.)
wake turbulence cat. Wirbelschleppen-Kategorie (Light, medium, heavy)
Feld 10 Equipment Das bordseitig verfügbare Navigations- und Kommunikationsequiment; siehe auch Feld 10a (weiter unten).
transponder mode Verfügbarer Transponder an Bord; siehe auch Feld 10b (weiter unten).
Feld 13 departure aerodrome ICAO-Code des Startflughafens
departure time Abflugzeit (Lösen der Parkbremse)
Feld 15 cruising speed (fünfstellig) Reisefluggeschwindigkeit . In Deutschland erfolgt die Angabe in Knoten wahrer Eigengeschwindigkeit (Kürzel "N", z.B. N0470). Weitere Möglichkeiten: M für Mach (z.B. über dem Atlantik), K für km/h (z.B. über China).
level (vierstellig) Geplante Reiseflughöhe. F für Flight Level (z.B. F070 = FL70) oberhalb der Übergangsflughöhe, A für Altitude (z.B. A050 = 5000ft). Alternativ: VFR für implizite Angabe bei VFR-Verkehr in Lufträumen G/E.
route Geplante Flugroute
Feld 16 destination aerodrome ICAO-Code des Zielflughafens
total EET Ungefähre Flugdauer
altn aerodrome Ausweichflughafen
2nd altn aerodrome Zweiter Ausweichflughafen
Feld 18 other information Auch "Remarks" genannt. Raum für zusätzliche wichtige Informationen (Beispiele und Nutzungsweise in Absatz 4 dieses Artikels)
Feld 19 endurance Zeit, die mit getankten Treibstoff geflogen werden kann
persons on board Gesamtzahl der Personen an Bord (Passagiere plus Besatzung).
pilot in command Name des kommandierenden Piloten
aircraft color and marking Auswahl des MTLs, als das der Pilot anderen über das Netzwerk angezeigt wird.

Feld 10a: Kenngruppen für Navigations- und Funkequipment

Kürzel Bezeichnung Erklärung
A GBAS Ground based augmentation system
B LPV Lateral precision approach with vertical guidance (mit Unterstützung durch SBAS)
C LORAN C Langstreckennavigtionssystem LORAN
D DME Entfernungsmessung
E1 FMS WPR ACARS Flight management system mit waypoint reporting via ACARS
E2 D-FIS ACARS Digital flight information system via ACARS
E3 PDC ACARS Pre-departure clearance (IFR clearance) via ACARS
F ADF Empfänger für NDB (ungerichtete Funkbaken)
G GNSS Globales Satellitennavigationssystem (z.B. GPS oder GLONASS)
Muss in Feld 18 mit NAV/ genauer angegeben werden (siehe unten).
H HF RTF Funkgerät für Hochfrequenz-Funk (Frequenzbereich: 1 KHz bis 1 MHz)
I INS Trägheitsnavigationssystem
J1 CPDLC ATN VDL 2 Datenlink via VDL
J2 CPDLC FANS-1/A HFDL Datenlink via HFDL
J3 CPDLC FANS-1/A VDL Mode A Datenlink via VDL Mode A
J4 CPDLC FANS-1/A VDL Mode 2 Datenlink via VDL Mode 2
J5 CPDLC FANS-1/A Satcom Datenlink via INMARSAT
J6 CPDLC FANS-1/A Satcom Datenlink via MTSAT
J7 CPDLC FANS-1/A Satcom Datenlink via Iridium
K MLS Mikrowellenlandesystem (microwave landing system)
L ILS Instrumentenlandesystem (instrument landing system)
M1 ATC RTF Satcom Flugfunk via INMARSAT
M2 ATC RTF Satcom Flugfunk via MTSAT
M3 ATC RTF Satcom Flugfunk via Iridium
O VOR Empfänger für Drehfunkfeuer (VOR)
R PBN approved Performance base navigation (Flächennavigation)
Muss in Feld 18 mit PBN/ genauer angegeben werden (siehe unten).
S Standard Beinhaltet L, O und V (ILS, VOR, VHF)
T TACAN Empfänger für militärische Navigationsstation (Tactical air navigation)
U UHF RTF Funkempfänger im UHF-Band (Frequenzbereich 0,3 bis 3 GHz)
V VHF RTF Funkempfänger für das VHF-Band (Frequenzbereich 30 bis 300 MHz)
W RVSM Ausrüstung für reduzierte Vertikalstaffelung (RVSM)
X MNPS Mindestausrüstung für Transatlantik-Flüge (Minimum navigation performance specifications)
Y 8,33 kHz 8,33 kHz-Kanalabstand auf dem VHF-Band
Z Other Andere Kommunikations- oder Navigationsausrüstung.
Muss in Feld 18 mit COM/, DAT/ oder NAV/ genauer angegeben werden (siehe unten).

Für die Verwendung von den beiden Identifiern J und M kann man für IVAO folgende Aussage treffen: über das IVAP haben die Piloten und der Controller sowohl eine Sprechfunkverbindung als auch eine rudimentäre Form des Datenlinks. Daher ist es nicht unrealistisch, diese Identifier zu verwenden. Mit welcher Zahl man sie kombiniert ist dabei nicht besonders wichtig. Die Zahlen geben nämlich nur an, auf welchem Wege die Daten ausgetauscht werden, die Funktion ist bei allen Gruppen ungefähr ähnlich.

Performance Based Navigation

Für den Identifier R gilt folgende Regel: dieser Identifier steht für den Typ und die Genauigkeit der Flächennavigationsausrüstung. Dieser Identifier muss immer mit dem Deskriptor PBN/ (für performance based navigation) im Feld 18 kombiniert werden. Hinter dieser Kenngruppe wird die genaue Navigationsfähigkeit mit den folgenden Identifiern angegeben:

Kürzel Erklärung
A1 RNAV 10
B1 RNAV 5 mit allen zugelassenen Sensoren
B2 RNAV 5 mit GNSS
B3 RNAV 5 mit DME/DME
B4 RNAV 5 mit VOR/DME
B5 RNAV 5 mit INS oder IRS
B6 RNAV 5 mit LORAN C
C1 RNAV 2 mit allen zugelassenen Sensoren
C2 RNAV 2 mit GNSS
C3 RNAV 2 mit DME/DME
C4 RNAV 2 mit DME/DME/IRU
D1 RNAV 1 mit allen zugelassenen Sensoren
D2 RNAV 1 mit GNSS
D3 RNAV 1 mit DME/DME
D4 RNAV 1 mit DME/DME/IRU
L1 RNP 4
O1 Basic RNP 1 mit allen zugelassenen Sensoren
O2 Basic RNP 1 mit GNSS
O3 Basic RNP 1 mit DME/DME
O4 Basic RNP 1 mit DME/DME/IRU
S1 RNP Approach
S2 RNP Approach mit BARO VNAV
T1 RNP AR Approach mit RF (approval required, besondere Genehmigung erforderlich)
T2 RNP AR Approach ohne RF (approval required, besondere Genehmigung erforderlich)

Feld 10b: Transponder-Betriebsmodus

Eine genauere Erklärung der einzelnen Funktionalitäten findet ihr im Artikel Transponder.


Kürzel Erklärung
A Mode A
C Mode A mit Übermittlung der Flughöhe im Bezug auf 1013,25 hPa
E Mode S mit Übermittlung der Flughöhe, dem 24-Bit-Code und Extended Squitter (ES)
H Mode S mit Übermittlung der Flughöhe, 24-Bit-Code und Enhanced Surveillance
I Mode S mit Übermittlung des 24-Bit-Codes, ohne Übermittlung der Flughöhe
L Mode S mit Übermittlung der Flughöhe, 24-Bit-Code, ES und Enhanced Surveillance
P Mode S mit Übermittlung der Flughöhe, ohne 24-Bit-Code
S Mode S mit Übermittlung der Flughöhe und dem 24-Bit-Code
X Mode S ohne 24-Bit-Code und ohne Flughöhe
B1 ADS-B out auf 1090 MHz
B2 ADS-B out und in auf 1090 MHz
U1 ADS-B out via 978 MHz UAT
U2 ADS-B out und in auf 978 MHz UAT
V1 ADS-B out über VDL Mode 4
V2 ADS-B out und in über VDL Mode 4
D1 ADS-C für FANS-1/A
G1 ADS-C für ATN



Zusätzliche Kenngruppen für Feld 18

Kürzel Erklärung
ALTN/ Zielausweichflugplatz, wenn in Feld 17 "ZZZZ" eingetragen wurde
COM/ Angaben zur Sprechfunkausrüstung, wenn in Feld 10 "Z" eingetragen wurde
DAT/ Angaben über Datalink
DEP/ Startflugplatz, wenn "ZZZZ" in Feld 13 eingetragen wurde; oder der Streckenpunkt, ab dem der Flugplan gilt; oder die Stelle, von der zusätzliche Flugplandaten angefordert werden können, wenn in Feld 13 "AFIL" angegeben ist (max. 50 Zeichen)
DEST/ Zielflugplatz, wenn "ZZZZ" in Feld 16 eingetragen wurde; oder der Strecken- abschnitt, bis zu dem der Flugplan gilt (max. 50 Zeichen)
DOF/ Tag des Abfluges (Day of Flight) JJMMTT, z.B. DOF/040712 (für 12. Juli 2004)
EET/ Streckenpunkte, Punkte mit Flugregelwechsel, Ortsangaben oder FIR-Grenzen mit akkumulierter voraussichtlicher Überflugzeit, Beispiel: EET/EINN0204 - nach 2:04 Flugzeit wird die Grenze zu EINN FIR erreicht
NAV/ Angaben zur Funknavigationsausrüstung, falls in Feld 10 "Z" eingetragen wurde
OPR/ Luftfahrzeughalter (Operator), sofern dieser aus der Luftfahrzeugkennung in Feld 7 nicht ersichtlich ist
PER/ Leistungsdaten des Luftfahrzeugs (z.B. Steiggeschwindigkeit)
RALT/ Angaben über Streckenausweichflugplätze (ETOPS)
REG/ Luftfahrzeugkennung, die nicht schon in Item 7 steht (REG/ GAF2061)
RFP/Qn Replacement Flight Plan (Ersatz-/ Alternativflugplan), wobei n die laufende Nummer 1 bis 9 des Ersatzflugplanes für den betreffenden Flug bezeichnet
RIF/ Streckenänderungen zum abgeänderten Zielflugplatz und/oder angeänderter Zielflugplatz, z.B. bei Reclearance: (RIF/KBOS)
RMK/ Sonstige Angaben (Remark), die für die flugsicherungs- oder ivaomäßige Abwicklung des Fluges von Bedeutung sind:

Bsp.: Reclearance-Flug:
RMK/RCL VIA ENE J528/J46 ALB J6 SAX KEWR ALTERNATE KBOS EET 0827

Bsp.: Ausbildungsflüge mit Übungsanflügen: RMK/LIC TG AT EDDS

Bsp.: nach vorheriger Flugplan Ablehnung: RMK/IFPS REROUTE ACCEPTED

IVAO-Bsp.: RMK/NEWBIE

TYP/ Luftfahrzeugmuster, falls in Feld 9 "ZZZZ" angegeben wurde
STS/... Einträge für besondere Behandlung / Vorrangbehandlung:
STS/ATFMX ATFM EXEMPT APPROVED - führt zu einer automatischen Befreiung von ATFM-Beschränkungen
STS/HEAD Flüge mit Staatsoberhäuptern
STS/HOSP Flüge mit kranken oder verletzten Personen, die sofortiger ärztlicher Hilfe bedürfen, einschließlich der Flüge, die zur lebenserhaltenden ärztlichen Versorgung von Kranken oder Verletzten dringlich erforderlich sind. Hierunter fallen sowohl Flüge die Transplantate, Blutkonserven und Medikamente transportieren, als auch Flüge, die durchgeführt werden müssen, um am Zielort solche aufzunehmen
STS/HUM Flüge im humanitären Einsatz
STS/NONRVSM Staatsluftfahrzeuge, die keine RVSM-Erlaubnis haben
STS/SAR Flüge im Such- und Rettungsdienst, führt zur automatischen Befreiung von ATFM-Beschränkungen
STS/STATE Regierungsflüge nach den Bestimmungen des Bundesministers für Verkehr

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